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Was ist Monsoon Malabar India? Das Geheimnis des beliebten Spitzenkaffees

Espresso frisch gebrüht aus dem Siebträger

In diesem Beitrag wollen wir uns nicht mit Kaffeetrends oder Zubereitungsmethoden beschäftigen, sondern mit einem der faszinierendsten Ernteverfahren überhaupt: Monsoon Malabar.

Monsoon Malabar India

Dieses einzigartige Verfahren gibt es nur an der Malabarküste in Indien. Dabei werden die geernteten Bohnen der vollen Kraft des saisonalen Monsunwetters in der Region ausgesetzt. Das Ergebnis ist ein Kaffee, der anders schmeckt als alle anderen.

Cappuccino mit Monsoon Malabar India und ein Croissant

Wie die meisten Geschichten über die Ursprünge des Kaffees ist auch die Entstehungsgeschichte von Monsoon Malabar höchstwahrscheinlich anzuzweifeln. Trotzdem ist es eine interessante Geschichte, die es sich zu lesen lohnt! 

Die Geschichte und Herkunft des Monsooned Malabar Kaffees 

Im späten 19. Jahrhundert wurde Kaffee von Indien nach Europa noch per Segelschiff transportiert. Während der Reise wurde das Schiff auf dem Weg um das Kap der Guten Hoffnung vom Monsun aufgehalten.

So waren die Holzschiffe ca. 6 Monate unterwegs. Die Feuchtigkeit und der Meereswind  haben für eine vorzeitige Alterung bzw. Fermentation des Rohkaffees gesorgt. Während dieser Fermentation haben sich Größe, Aussehen und Struktur stark verändert und die Bohnen verfärbten sich dabei blass-weiß.

Dieser natürliche Prozess führte damals dazu, dass der Geschmack in der Tasse ganz anders war als noch zuvor in Indien. Durch die moderne Containerschifffahrt hat sich die zum Einen die Fahrzeit massiv verkürzt und die Bohnen sind zum Anderen besser geschützt. Somit war der Geschmack des Monsoon Malabar India Kaffees in Europa nicht mehr derselbe wie gewohnt.

Um die Geschichte dennoch weiterhin aufleben zu lassen, haben die Produzenten und Exporteure damit begonnen, den vorzeitigen Alterungsprozess, der durch den Monsoon ausgelöst wird, bereits in Indien durchzuführen.

Hier wird der Kaffee etwa drei bis vier Monate dem stetigen Starkregen und den Monsun-Winden ausgesetzt. Das bewirkt erneut wie schon im 19. Jahrhundert, dass der Kaffee fermentiert, d.h. anschwillt, ausbleicht und dabei rasch altert.

Der Unterschied zu früher: Die Fermentation wird nicht auf dem Holzschiff durchgeführt. Der Monsooned Malabar ist in Indien kontrolliert und geschützt. Weiterhin gilt, dass Monsoon Malabar India Kaffee nur in Indien an der Malabar-Küste von Kanataka und Kerala produziert wird.

Vergleich der gerösteten Kaffeebohnen

Trotz des unschönen Aussehens beschlossen die europäischen Empfänger, die Bohnen zu konsumieren. Damit war der Monsoon Malabar Kaffee geboren.

Der Verarbeitungsprozess heute

Wie bereits erwähnt, werden die Malabar-Bohnen den saisonalen Monsunbedingungen in Indien ausgesetzt, bevor sie geröstet werden. Wenn die Kaffeebohnen ihre Reife erreicht haben, werden sie geerntet und die Kirschen in der Sonne getrocknet, bis das Fruchtfleisch ausgetrocknet ist und sich leicht von Hand entfernen lässt. Die Bohnen werden dann nach Sorten sortiert und bis zur Monsunzeit gelagert.

Während der Monsunzeit, die im Regelfall von Juni bis September dauert, werden die Bohnen in offenen Lagerhäusern gelagert, wo sie den heftigen Monsunwinden ausgesetzt sind. Die Monsunwinde sind durchweg feuchtigkeitsgesättigt und enthalten einen hohen Anteil an Meersalz.

Espresso von India Monsoon Malabar aus dem bodenlosen Siebträger

Durch die Einwirkung der Winde quellen die Bohnen auf, da sie Feuchtigkeit aufnehmen. Dabei passiert etwas Interessantes: Während dieser Zeit verfärben sich die Bohnen auch von grün zu weiß. Im nächsten Schritt werden die Bohnen verpackt und über den Seeweg an die Röstereien versendet.

Das einzigartige Geschmacksprofil

In Anbetracht des Verfahrens ist es kaum verwunderlich, dass der daraus resultierende Kaffee anders ist als alle anderen. Monsun-Malabar-Kaffee hat einen intensiven Geschmack und ist extrem vollmundig. Durch die Monsuneinwirkung und den Reifungsprozess werden fast alle normalen säurehaltigen Eigenschaften des Kaffees entfernt. Daher ist es der einzige Kaffee in unserem Sortiment, der nur eine von fünf Kaffeebohnen auf unserer Säureskala hat.

Was die spezifischen Aromen betrifft, so können starke rauchige, würzige und erdige Noten sowie eine malzige Süße hervortreten. Der vollmundige Charakter des Kaffees führt dazu, dass er noch lange nach dem Trinken Mund und Zunge bedeckt. Da Geschmack letztlich immer subjektiv ist, ist zu erwähnen, dass auch dieser Kaffee wahrscheinlich nicht jedem schmeckt.

Aufgrund des charakteristisch geringen Säuregehalts eignet sich Monsoon Malabar Kaffee nur bedingt als Eiskaffee und sollte daher bevorzugt heiß getrunken werden. Idealerweise sollte dieser Kaffee in Espresso-Getränken verwendet werden, da Milch und Zucker die intensiven Aromen ausgleichen.

Food Pairing

Da der Monsoon Malabar am besten als Espresso genossen werden kann, sind die möglichen Kombinationen mit Speisen sehr vielfältig. Schokolade, Mürbegebäck und Biscotti, wie etwa Cantuccini, sind die naheliegende Wahl, da sie besonders gut mit der malzigen Süße des Kaffees harmonieren.

Cappuccino und Pfannkuchen

Spezialtipp: Wenn Du besonders abenteuerlustig drauf bist, solltest Du den Monsoon Malabar mit Pilzen und Pilzgerichten kombinieren. Die erdigen Eigenschaften der Pilze bringen die moschusartigen, vollmundigen Noten des Kaffees auf ihre eigene Weise besonders gut zur Geltung.

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Benedikt Wolf, Gründer von TAZZA Coffee in der ProduktionHey, mein Name ist Benedikt und ich bin einer der Gründer von TAZZA Coffee. Seit mehr als zehn Jahren habe ich Kaffee förmlich im Blut und neuerdings schreibe ich auch gern darüber. Ich hoffe, dass Du in diesem Blogartikel neue Erkenntnisse gewinnen konntest und freue mich sehr über Deine Kommentare sowie auf spannende Diskussionen.